Drei Mythen über verantwortungsvolles Investieren

4 zu lesen 23 Mär 21

Das eigene Kapital für die Zukunft vermehren: Für die meisten langfristig denkenden Anleger ist dies das oberste Gebot. Genau diese Verantwortung übernehmen wir als Vermögensverwalter für die Anlagen unserer Kunden.

Doch wir können uns noch ehrgeizigere Ziele stecken. Wir können nicht nur danach streben, über die Jahre hinweg profitabel zu investieren. Wir können dabei versuchen, schädliche Auswirkungen auf den Planeten und die Gesellschaft zu minimieren. Verantwortungsvolles Investieren bedeutet zu verstehen, dass sich beide Ziele erreichen lassen.

Es stehen jedoch immer noch einige Mythen im Weg, die Anleger vor einer solchen Geldanlage zurückschrecken lassen. Heute räumen wir mit diesen Mythen auf.

1. „Das ist vage und schwammig“

Es gibt eine Reihe verschiedener Ansätze für verantwortungsvolles Investieren, und deren Beschreibung kann schon rein sprachlich verwirrend sein. Wertebasiertes oder ethisches Investieren ermöglicht es Anlegern, Sektoren oder Unternehmen zu meiden, die sie ablehnen. Doch diese Werthaltungen sind subjektiv. Was für einen Menschen akzeptabel ist, lehnt der nächste vielleicht vehement ab.

Doch wie kann man beim verantwortungsvollen Investieren über die guten Absichten hinausgehen? Dafür brauchen Anleger einen klaren Rahmen. Der vorherrschende Ansatz dafür ist als ESG bekannt geworden. Dabei beziehen die Fondsmanager Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren in ihre Anlageentscheidungen ein. 

Zu diesen ESG-Ansätzen gehören Analyse- und Modellierungstools. Damit sollen alle Faktoren ermittelt werden, die den langfristigen Erfolg eines Unternehmens beeinflussen – auch über das hinaus, was die Firmen selbst offenlegen. Zur Orientierung können die Anleger sogar auf ESG-Ratings zurückgreifen, ähnlich wie bei Kreditratings.

Ein erfolgreiches ESG-Rahmenwerk anzuwenden bringt mehr als nur ein gutes Gewissen. Es kann einen wiederholbaren Prozess ermöglichen, um Risiken zu managen und Chancen zu erkennen. 

Einige der bekannten und unbekannten Risiken für moderne Unternehmen waren früher weniger verbreitet. In einigen Fällen gab es sie noch nicht einmal. Versteht man die nicht-finanziellen Treiber des Geschäfts – die ESG-Elemente –, können.

Darum beziehen wir bei M&G ESG-Aspekte ausdrücklich und systematisch ein, wenn wir Anlagen analysieren und auswählen: sei es bei Aktien-, Renten- oder Immobilienfonds. Das gilt immer dann, wenn sie das Risiko und die potenzielle Rendite beeinflussen können.

2. „Das ist ein Rezept für niedrigere Renditen“

Es gibt eine traditionelle Erzählung, die in Kurzform ungefähr so lautet: Wenn Sie verantwortungsvoll anlegen möchten, müssen Sie Ihre Ertragsziele herunterschrauben. 

Eine Reihe von Studien hat diese Annahme entkräftet. Mehr noch: Immer mehr Daten und Forschungsergebnisse – von Oxford bis Harvard – deuten auf das Gegenteil hin. Wenn Anlagestrategien ESG-Aspekte berücksichtigen, entwickeln sie sich demnach offenbar langfristig besser. 

Ein Vergleich der Aktien von Unternehmen mit hohen ESG-Bewertungen mit dem gesamten globalen Aktienmarkt untermauert dies. Der Blick auf die Gesamtrenditen im Zeitraum bis zum 31. Dezember 2020 zeigt: Der auf Unternehmen mit höheren ESGBewertungen ausgerichtete MSCI ACWI ESG Leaders Index hat den MSCI ACWI-Index der größten globalen Unternehmensaktien leicht übertroffen – über drei, fünf und zehn Jahre.

Index-Gesamterträge bis 31. Dezember 2020 (US $)  3 Jahre (% pa) 5 Jahre (% pa) 10 Jahre (% pa)
MSCI ACWI ESG Leaders 11,1% 13,0% 10,0%
MSCI ACWI 10,6% 12,9% 9,7%

Quelle: MSCI, 26. Januar 2021

Index-Gesamterträge über fünf Jahre (US $)  2020 2019 2018 2017 2016
MSCI ACWI ESG Leader 16,6% 27,9% -8,1% 23,8% 8,5%
MSCI ACWI 16,8% 27,3% -8,9% 24,6% 8,5%

Quelle: MSCI,26. Januar 2021

Die frühere Wertentwicklung stellt keinen Hinweis auf die künftige Wertentwicklung dar.

Eine schlechte Unternehmensführung, die Missachtung von Umwelt, Beschäftigten oder der lokalen Gemeinden: Das kann die langfristige Leistung eines Unternehmens untergraben – manchmal sogar irreparabel. Wer Aktien oder Anleihen dieses Unternehmens hält, für den kann dies dauerhafte finanzielle Verluste bedeuten. 

Investoren wie uns kommt darum eine wichtige Rolle zu. ESG in den Anlageprozess integrieren: Dabei geht es um mehr als nur um die Auswahl von Unternehmen, die in den Analysen Dritter gut abschneiden. 

M&G pflegt einen konstruktiven Dialog mit dem Management von Unternehmen. Denn wir wollen deren ESG-Stärken und -Schwächen besser verstehen. Und wir wollen bei Bedarf bessere ESG-Praktiken fördern. Wenn Unternehmen die ESG-Standards nicht erfüllen, ziehen wir sie entsprechend zur Rechenschaft.

3. „Das ist nur eine Modeerscheinung“

Die den ESG-Anlagen zugrundeliegenden Prinzipien sind nicht neu. Stark zugenommen hat jedoch das Interesse der Anleger an Fonds, die nach diesen Grundsätzen investieren. Dies zeigen Daten der Global Sustainable Investment Alliance1: Demnach sind weltweit mehr als 30 Billionen US-Dollar in sozial verantwortlichen Strategien angelegt.

Doch nicht nur die Nachfrage der Anleger befeuert das Wachstum bei ESG-Investitionen. Auch die Investmentbranche selbst gehört zu den Treibern. Eine wachsende Zahl von Vermögensverwalter bekennt sich zu den Principles for Responsible Investment (PRI) der Vereinten Nationen. M&G Investments tut dies bereits seit 2013. Die Unterzeichner der PRI bestätigen, dass sie ESG-Themen in ihre Investmentanalysen und Entscheidungsprozesse einbeziehen.

Anleger suchen zunehmend nach Möglichkeiten, positive Ergebnisse zu fördern und Anlagerisiken wirksamer zu mindern. Einen wichtigen Rahmen dafür bietet die Integration von ESG in das Investmentmanagement. Sie steht für das Abwägen aller finanziellen und nichtfinanziellen Elemente der Anlagewürdigkeit eines Unternehmens – und für den diesbezüglichen Dialog mit den Firmen.

www.gsi-alliance.org/wp-content/uploads/2019/06/GSIR_Review2018F.pdf 

Der Wert der Vermögenswerte des Fonds und die daraus resultierenden Erträge können sowohl fallen als auch steigen. Dies führt dazu, dass der Wert Ihrer Anlage steigen und fallen wird, und Sie bekommen möglicherweise weniger zurück, als Sie ursprünglich investiert haben.

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