Investieren in Klimaschutz – Welche Wege führen zum Ziel?

4 min zu lesen 28 Nov. 22

Bei klimaorientierten Geldanlagen geht es darum, mit Kapital zur Bewältigung des Klimawandels beizutragen. Doch wie können Investoren Klimafragen in ihren Anlageprozess integrieren? In diesem Artikel betrachten wir drei mögliche Wege.

CO2-armes Investieren

Ein Weg zum klimaorientierten Anlegen sind kohlendioxidarme Investitionen. Der Fokus liegt dabei auf Unternehmen, die sich bereits an eine CO2-arme Wirtschaft angepasst haben. Dazu werden zum Beispiel Firmen mit niedrigen CO2-Emissionen oder geringer CO2-Intensität identifiziert; die Kohlendioxidintensität wird meist als Menge der CO2-Emissionen je produzierter Einheit gemessen. Solche Unternehmen sind in vielen Sektoren zu finden. Dennoch sind solche CO2-armen Portfolios oft auf Branchen mit ohnehin geringen Emissionen ausgerichtet – etwa Technologie und Finanzen. Bereiche mit höheren CO2-Emissionen wie die verarbeitende Industrie und das Baugewerbe werden dagegen gemieden.

Wenn genügend Anleger so vorgehen, kann dies Unternehmen mit hohen Emissionen die Finanzierung erschweren. Hinzu kommt: Ein reiner Fokus auf Firmen mit niedrigen Emissionen kann zu einem Portfolio führen, das auf dem Papier eine gute CO2-Bilanz aufweist. Doch Anleger können mehr tun, um die realen Herausforderungen des Klimawandels anzugehen.

In den Übergang zu klimagerechtem Wirtschaften investieren

Zweitens können Anleger den Fokus auf Unternehmen legen, die schrittweise zu einer kohlendioxidarmen Wirtschaft übergehen. Das können beispielsweise Firmen sein, deren Ziele zur Emissionssenkung im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen stehen. Dabei steigen Anleger in der Regel bei Unternehmen mit hohen Emissionen ein und arbeiten mit diesen dann zusammen, um die Emissionen zu reduzieren. Investoren könnten sich bei Firmen auch engagieren, um diese bei der Zielerreichung in Klimafragen in die Pflicht zu nehmen und den Wandel zu beschleunigen (siehe unten). 

Investitionen in Anbieter von Klimalösungen

Ein dritter Weg für Anleger ist es, nach Lösungsanbietern für die Herausforderungen des Klimawandels Ausschau zu halten. Deren Produkte und Dienstleistungen könnten sich selbst spürbar positiv auf die Umwelt auswirken oder sie könnten es anderen ermöglichen, einen positiven Einfluss auf die Umwelt zu nehmen. Alternativ könnten sie auch eine Vorreiterrolle bei der Klimabilanz ihrer jeweiligen Branche übernehmen. 

Die Klimabilanz solcher Lösungsanbieter sollte naturgemäß positiv sein. Mit anderen Worten: Der durch die Nutzung ihrer Produkte und Dienstleistungen vermiedene/eingesparte CO2-Ausstoß sollte die Emissionen überwiegen, die bei der Bereitstellung dieser Produkte und Dienstleistungen entstehen. Lösungsanbieter stellen in der Regel die Instrumente und Dienstleistungen für Unternehmen bereit, die sich in einer „Übergangsphase“ auf dem Weg zur Senkung ihres CO2-Ausstoßes befinden. 

Lösungsanbieter im Klimabereich gibt es in vielen Branchen. Diese lassen sich grob in drei Kategorien einteilen:

  • Saubere Energie – Produzenten erneuerbarer Energien wie Solar-, Wind- und Wasserkraftwerke sowie Unternehmen, die wichtige Komponenten für die Erzeugung liefern.
  • Grüne Technologie – Unternehmen mit Fokus auf Batterien und Elektrifizierung, effiziente Gebäude, saubere Verkehrsmittel, Produkte zur Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft und pflanzliche Lebensmittel.
  • Kreislaufwirtschaft – Firmen mit Ausrichtung auf das Modell „Reduzieren, Wiederverwenden, Recyceln“, die bereits im Wirtschaftssystem vorhandene Produkte nutzen und den Bedarf an Neuproduktion verringern.

Warum Messungen so wichtig sind

Messungen sind bei allen Ansätzen für klimaorientierte Investitionen unerlässlich. Anleger müssen verfolgen, welche CO2-Emissionen die Unternehmen aus ihrem Portfolio verursachen. Nur so können sie deren Umweltauswirkungen und im Laufe der Zeit erreichten Veränderungen einschätzen. Anleger können auch andere Kennzahlen heranziehen, um den Umwelt-Fußabdruck von Unternehmen zu beurteilen: etwa die CO2-Intensität, den Wasserverbrauch und das Abfallaufkommen. Diese Daten legen Unternehmen in der Regel jährlich offen.

Für Anleger ist die Messbarkeit bei Lösungsanbietern im Klimabereich besonders wichtig: Denn es geht um die Netto-Umweltauswirkungen der Firmen in ihrem Portfolio. Ein Lösungsanbieter kann beträchtliche CO2-Emissionen verursachen, besonders wenn er große Anlagen wie Windturbinen herstellt. Seine Produkte und Dienstleistungen können jedoch durchaus dazu beitragen, noch deutlich höhere Emissionen zu vermeiden. Es ist wichtig, die Größenordnung dieser vermiedenen oder eingesparten Emissionen zu ermitteln. Dies kann es Anlegern ermöglichen, sich ein klares Bild von den Gesamtauswirkungen des Unternehmens zu machen.

Engagement ist ein mächtiges Instrument

Der Dialog mit Unternehmen kann ein Eckpfeiler jedes Ansatzes für klimaorientierte Investitionen sein. Engagement ist eines der mächtigsten Instrumente, mit dem Anleger positive Veränderungen vorantreiben können. Ein Engagement zu Klimafragen bedeutet, mit den Unternehmen im Portfolio zusammenzuarbeiten – entweder direkt oder gemeinsam mit anderen Investoren –, um mehr über ihre Vorgehensweisen zu erfahren oder weitere Maßnahmen anzuregen.

Anleger könnten Firmen beispielsweise ermutigen, ihre Umweltberichterstattung auf Scope-3-Emissionen auszudehnen. Das sind Emissionen in der Wertschöpfungskette, die ein Unternehmen nicht direkt kontrollieren kann – etwa bei Lieferanten oder Kunden. Sie könnten auch die Unternehmensleitung dazu anhalten, ihre Vergütungspakete an Nachhaltigkeitskennzahlen zu binden.

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Unternehmen im Portfolio zu ermutigen, sich strengere Ziele für verringerte Treibhausgasemissionen zu setzen. Beispielsweise könnten Anleger dazu drängen, ein Zieldatum für das Erreichen von Netto-Null-Emissionen oder wissenschaftsbasierte Ziele zur Emissionssenkung festzulegen. Ziele gelten als „wissenschaftsbasiert“, wenn sie im Einklang mit der angestrebten Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf höchstens 1,5 °C des vorindustriellen Niveaus stehen (dem Ziel des Pariser Klimaabkommens). 

Investieren für eine bessere Zukunft

Bei M&G glauben wir, dass sich die Investmentbranche weiterentwickeln muss. Kurzfristiges Denken und Streben nach schnellen Gewinnen halten wir für den falschen Weg. Vielmehr gilt aus unserer Sicht: Investitionen erfordern vorausschauendes Denken, eine langfristige Perspektive und ein aktives Engagement bei den Unternehmen – um ihnen zu helfen, sich anzupassen und einen sinnvolleren und nachhaltigeren Einfluss auf unsere Welt auszuüben. 

Wenn es um die drängendsten Probleme der Welt geht, gibt es keine schnelle Lösung. Doch mit pragmatischen und maßvollen nachhaltigen Investitionen können wir auf eine bessere Zukunft für alle hinarbeiten – mit guten Renditen für die Anleger und guten Ergebnissen für den Planeten.

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